Chronik - Tradition und Zukunft 1970 bis 2013

Tradition und Zukunft 1970 bis 2013

Tradition wird bei den Lichtenfelser Scharfschützen großgeschrieben, auch wenn sich in den letzten 600 Jahren immer wieder einschneidende Veränderungen ergeben haben.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme“ schrieb schon im 16.Jahrhundert der englische Politiker Thomas Morus.
Findet man heute die Armbrust nur noch als Randbereich bei den Schießdisziplinen bringt die wiederentdeckte Bogendisziplin gerade wieder starken Zulauf bei den Mitgliederzahlen. Auch das Westernschießen vom amerikanischen Kontinent sorgt für Abwechslung bei den Sportschützen. Vor allem auch im gesellschaftlichen Leben sorgen Veränderungen für „das weitergeben der Flamme“, ob es nun die Proklamation der Damenkönigin zum Schützenfest ist, die neuen Bierlieferverträge, die Vergabe der Festplatzbewirtung an einen Festwirt, die Aufwertung des Schützenfestzuges durch die vielen auswärtigen Schützengesellschaften oder die umfassenden Umbaumaßnahmen im und am Schützenhaus. Vieles hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte geändert ohne, dass das Wesen der Schützengesellschaft gelitten hat. Noch nie in der Geschichte der Lichtenfelser Schützen hatte es mehr Vielfalt im gesellschaftlichen und schießsportlichen Bereich gegeben als im Jubiläumsjahr 2013.

1970 Wesentliche Arbeiten am Schützenhaus fallen an und werden durchgeführt: Einbau neuer Türen, Renovierung des Dachgebälks und Einzug einer neuen Decke im Saal. Die in der Generalversammlung vom 8.3.1969 genehmigte Satzung wird vom Innenministerium nicht anerkannt. Folgende wesentliche Änderungen werden gefordert:

1. das Amt des 3.Schützenmeisters hat zu entfallen

2. die Neuwahl des Schützenmeisteramts und des Ausschusses hat jährlich zur Hälfte zu erfolgen.

Die außerordentliche Generalversammlung vom 3.9. beschließt, die Neufassung anzunehmen. Aus diesem Grund wird der umstrittene, aber vorgeschriebene Wahlmodus eingehalten.

1971 Zum ersten Mal führt die Gesellschaft einen Herrenausflug durch. Diese dreitägige Reise nach St. Pauls (Südtirol) wird so erfolgreich, dass die Herrenpartie zu einer bleibenden Einrichtung des Schützenjahres wird.

1972 Das schreiberlose Schießen wird eingeführt. Die 50m Stände werden elektrisch beleuchtet.

1974 wird vom 1. Geschoßmeister Rudolf Großmann die Abteilung der Vorderladerschützen gegründet. Strengste Bestimmungen müssen auf dem Stand eingehalten werden. Seit diesem Jahr gibt es auch den "Tag der behinderten Kinder" während des Schützen- und Volksfestes. Die Initiatoren seit Beginn und in den nachfolgenden Jahren sind H.S. Birger, Heinz Caspari, Richard Weberpals, Heinz Angermüller, Kurt Göbel, Hans Büttner, Karl-Heinz Orlishausen, Heinz Bollmann. Nachdem die Lehrerschaft durch den Bezug der neuen Hauptschule in Lichtenfels zu sehr in Anspruch genommen wird, kann in diesem Jahr kein Kinderfestzug stattfinden. Karl-Heinz Orlishausen schlägt vor dafür mit der Sonderschule am Montag ein paar frohe Stunden am Schützenplatz durchzuführen. In diesem Jahr wird auch die erste Stadtmeisterschaft im Luftgewehrschießen ausgetragen. Die Lichtenfelser Schützenvereine treffen sich zum sportlichen messen ihrer Schießkünste.

1971 07 Spielmannszug der Schtzen21975 Die "altersschwache" Fahne kann bei Umzügen und anderen Festlichkeiten nicht mehr mitgeführt werden. Dr. Baptist Hofmann stiftet eine neue Schützenfahne. Sie wird im Rahmen einer Feierstunde am 12. Juli im Rathaussaal durch die beiden Geistlichen der Stadt geweiht und der Gesellschaft übergeben.

1976 Auf Anregung von Schausteller Erich Meister, in Zusammenarbeit mit dem Ersten Platzmeister Karl Molendo wird am Schützenfest ein Termin für ein Schaustellerschießen festgelegt. Karl Molendo stiftete einen Platzmeister-Pokal den die Schausteller unter sich herausschießen können.

1977 Über die Wintermonate hinweg werden die Luftgewehrstände "winterfest" gemacht und völlig neu gestaltet. Im April des gleichen Jahres findet das Eröffnungsschießen statt. Die Ehrenscheibe zeigt den Oberzieler Albrecht Geldner, der in seiner Uniform alljährlich beim Schützenauszug "voraustanzt". Die Gesellschaft hat als einer der letzten bayerischen Schützenvereine einen Oberzieler der Prägung des vergangenen Jahrhunderts. Vor dem 2.Weltkrieg gab es in der Gesellschaft drei Zieler, welche aus einem Graben, direkt unterhalb der Schießscheiben, den Schützen ihre Treffer angezeigt haben. Im April findet im Schützenhaus der 25. Oberfränkische Schützentag statt. 300 Delegierte aus 293 Vereinen werden begrüßt. Der Erste Landesschützenmeister Andreas Hartinger spricht der Gesellschaft ein hohes Lob für die gute Organisation aus.
Als Auftakt zum Schützenfest erhalten die Schützendamen erstmals eine wertvolle Kette für die Schützenkönigin. Als Festwirt kann die Firma Rommel aus Stuttgart gewonnen werden, welche auch ein repräsentatives Festzelt zusagt. Das Schützenfest erhält in diesem Jahr einen sehr starken amerikanischen Akzent, denn über 80 Gäste der Partnerstadt Vandalia/Ohio feiern mit den Lichtenfelsern das Volksfest und marschieren auch beim Kinderfestzug mit. Aus diesem Anlass haben die Schützen 2000 Papierfähnchen (1000 deutsche und 1000 amerikanische) verteilt.

1980 Die Pergola zum Festplatz wird gebaut und somit auch ein Wetterschutz für das Schützenfest geschaffen. Im organisatorischen Bereich der Gesellschaft erfolgt die Umstellung der Mitgliederverwaltung von Karteikarten auf elektronische Datenverarbeitung und die Auswertung der Schießergebnisse ist elektronisch möglich. Die Freunde des Lichtenfelser Schützenwesens können sich freuen: ein zusätzliches Feuerwerk begrüßt die Besucher am Eröffnungstag und sorgt für einen glanzvollen Beginn, die Finanzierung erfolgt durch die anwesenden Schaustellerbetriebe. Auf dem Festplatz ist eine asphaltierte Ringstraße entstanden.

1981 erhalten auch die Schausteller ihren König. Schausteller Wolfgang Distel stiftet hierfür die Königskette. Seit 1982 wird der Schausteller-König mit dem Kleinkalibergewehr auf 50 m (zwei Schuss) herausgeschossen. Umfangreiche Renovierungsarbeiten im Schützenhaus sind notwendig geworden und werden durchgeführt. Die Schänke wird neu gestaltet, der Kühlraum erneuert, die Heizung von Öl auf Gas umgestellt, neue Toilettenanlagen eingebaut, der Dachboden gründlich renoviert und die Schießstände beheizbar gemacht. Die Küche wird auf den modernsten Stand gebracht, Bar und Vorsaal werden in eine ansprechende und gemütliche „Gute Stube“ umgebaut.

1982 nachdem der Schützenfestball auch in diesem Jahr nur sehr mäßig besucht ist, wird dieser zukünftig nicht mehr durchgeführt.

1983 verkündet 1.Schützenmeister Siegfried Jäkel an der Generalversammlung, dass nach Auskunft von Sachverständigen der bisherige Biervertrag mir der Brau AG (Tucher Nürnberg) gelöst werden könne und besonders kleineren oberfränkischen Brauereien eine Chancen gegeben werden kann. Die Gesellschaft kündigt den Bierlieferungsvertrag und im Juni erfolgt eine Klageerhebung durch die Brau AG. Das Gericht versucht einen Vergleich zustande zu bringen, der so aussehen soll, dass die Schützengesellschaft bis zum 24.2.1986 Bier der Brau AG bezieht und dass der Vertrag ab diesem Zeitpunkt erlischt. Die Brau AG erhebt zuerst Einspruch gegen ein schriftliches Urteil des Gerichtes, welchen sie nach einigen Tagen zurück nimmt. Zum Schützen- und Volksfest lädt das Schützenmeisteramt erstmals die Damen der verstorbenen Schützenbrüder im Rahmen des Schützenfestes zu einer Kaffeetafel in das Schützenhaus ein. In diesem Jahr wird auch der Brauch aufgegriffen, zum Schützenfestbeginn die Bewohner des Altenheimes durch ein Ständchen zu erfreuen. Im Auftaktjahr ist es keine geringere Kapelle als das Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Bramfeld bei Hamburg, welche bereits seit Freitag die Festplatzbesucher im Schützengarten begeistert. Es erfolgt der Aus- und Umbau der ehemaligen Garderobe zum Jugendzimmer.

1984 Um den Schützenfestzug am ersten Schützenfest Sonntag in der Zukunft noch attraktiver zu gestalten, sollen mehr auswärtige Schützenvereine beteiligt werden, dies erfordert andererseits die regelmäßige Teilnahme der Lichtenfelser Scharfschützen an den auswärtigen Festzügen in Coburg, Kronach, Marktzeuln, Michelau, Redwitz, Schwürbitz, Schney und Staffelstein.

1985 alter Luftgewehrstand41985 feiert die Gesellschaft das 175-jährige Jubiläum ihrer Wiedergründung.
Der Jubiläumsfestzug ist eine Demonstration und Dokumentation oberfränkischen Schützenwesens.  Abordnungen von mehr als 20 oberfränkischen Schützenvereinen mit nahezu 1.000 Teilnehmern bildeten einen bunten Zug durch die Korbstadt hin zum Schützenplatz. Unter den vielen Ehrengästen sind auch Andreas Hartinger, Präsident des Deutschen Schützenbundes und Landesschützenmeister, Hans Hümmer Bezirksschützenmeister, Wolfgang Felmberg 2.Gauschützenmeister. Der Schirmherr Herzog Max von Bayern muss leider aus dringenden familiären Gründen die Teilnahme kurzfristig absagen. Das herrliche „Kaiserwetter“ bleibt den Schützen während der gesamten Festtage treu.

1986 Am 24. Februar erlischt der Bierlieferungsvertrag mit der Brau AG Nürnberg und die Altenkunstadter Brauerei LEIKEIM übernimmt die Bierlieferung, auch für das Schützen- und Volksfest. Im Dezember findet erstmalig die Familien-Weihnachtsfeier der Gesellschaft statt.

1987 wird erstmals der Kinderfasching vom Faschingssonntag auf den Faschingsdienstag verlegt und wird ein so großer Erfolg, dass diese Veranstaltung viele Jahre beibehalten wird.

1988 Die Anwesenheit von Herzog Max in Bayern und des Präsidenten des Deutschen Schützenbundes Andreas Hartinger beim 575-jährigen Gründungsjubiläum der Königlich Privilegierten Scharfschützengesellschaft ist Ehre und Auszeichnung für die Gesellschaft zugleich. Zu diesem Jubiläum finden ein Eröffnungsschießen, Vorderladerschießen und Jahresabschluss-Schießen statt. Es wird auch eine Silbermedaille als Sonderprägung aufgelegt. In diesem Jahr wird die neue Stadthalle fertiggestellt – rechtzeitig zur Jubiläumsveranstaltung.

1989 wird eine komplette Sanierung der Schützenhausküche vorgenommen. Es erfolgen unter anderem der Einbau eines neuen Gasherdes und einer Spülmaschine. Neues Geschirr und Besteck wird angeschafft. Die Kosten belaufen sich auf über 25.000,- DM.

1990 Eine  Abordnung von 60 Schützen der Lichtenfelser Gesellschaft nimmt am großen Trachten- und Schützenzug in München teil und vertritt die Sportschützen vom Gau Nord. Attraktion ist der Auftritt von Oberzieler Albrecht Geldner, dem einzigen noch an Festzügen teilnehmenden Oberzieler im gesamten bayerischen Raum.

1991 Die Firma Klaus Hahn aus Bad Windsheim übernimmt die Bewirtschaftung des Schützenhauses und des Biergartens während des Schützen- und Volksfestes und löst damit die Firma Ignaz Widmann ab.

1992 Anlässlich des Bieranstiches zum Schützen- und Volksfest überreicht 1. Schützenmeister Alfred Brandmeier an Oberzieler Albrecht Geldner die Urkunde zur Ernennung zum Ehrenoberzieler der Schützengesellschaft.

1993 Nachdem die Schützenhaus-Bar in den letzten Jahren bei den Tanzveranstaltungen kaum mehr genutzt wird hat man sich entschlossen diesen Raum in ein Gesellschaftszimmer umzubauen. Der Raum bekommt eine helle Decke und wird mit Sitzecken ausgestattet desweiteren wird er mit einer Schiebetür zum kleinen Saal hin abgeteilt. In gleicher Weise wird auch der große Saal zum kleinen Saal unterteilt. In dieser Baumaßnahme werden mehr als 2.000 Stunden Eigenleistung erbracht.

1994 Der 44.Bayerische Schützentag wird vom 10. bis 12. Juni von der Schützengesellschaft ausgerichtet. Am Sonntag bewegt sich ein schier endloser Festzug durch die Stadt Lichtenfels zum Schützenplatz. Neben 300 Delegierten und Ehrengästen reihen sich an die hundert Schützenvereine, mit 1.500 Teilnehmern, ihren Fahnen und Königshäusern ein. Der Präsident des Deutschen Schützenbundes und Landesschützenmeister Josef Ambacher bedankte sich für die überaus herzliche Aufnahme in Lichtenfels, hier befände man sich in einer Hochburg der Schützen. Auch werde bei der Königlich Privilegierten Scharfschützengesellschaft noch eine jahrhundertealte Tradition mit einem engagierten Fortschritt in Einklang gebracht. Gauschützenmeister Siegfried Möslein erinnerte in seiner Rede daran, dass man hier an "die Wiege des Schützenwesens" gekommen sei. Herzog Ernst II. von Coburg und Gotha habe vor 133 Jahren, am 11. Juli 1861, durch die Gründung des Deutschen Schützenbundes die Voraussetzungen zum Zusammenschluss aller deutschen Schützen geschaffen. Schirmherr ist Dr. Georg Freiherr von Waldenfels Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen.

1995 Im Januar hat infolge des Hochwassers das THW alle Hände voll zu tun um das eindringende Wasser aus den Schießständen abzupumpen. 

1996 Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung im Mai wird der Neubau der gesamten Schießanlage beschlossen.

1998 Bau Schiessanlage41998 Nach dem Schützenfest fällt der Startschuss zum Bau der neuen Schießanlage. Auch in diesem Jahr darf die Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft wieder als Botschafter Oberfrankens am Oktoberfestzug im München auftreten. Eine stolze Abteilung von über 60 Lichtenfelser Schützen reiht sich in die vielen Trachten- und Schützenvereine ein. Am 4. Dezember findet bereits die Grundsteinlegung der neuen zukunftsweisenden Sportanlage statt.

1999 Eine grundlegende Veränderung ist die erstmalige Teilnahme der Schützendamen am großen Schützenfest-Auszug. Erstmals in der Geschichte der Gesellschaft treten die Damen als geschlossene Gruppe in einheitlicher Kleidung auf. In frühlingsfrischem lindgrün der karierte Rock, weißer Bluse und schützengrüner Wildlederweste. Mit vielen Arbeitsstunden entsteht im Laufe des 1998 SchuetzendamenJahres eine der modernsten Schießanlagen. Nach 5 Vorentwürfen und insgesamt 10 Jahren Planungszeit wird unter Berücksichtigung von Schallschutz, Einbindung in die Umgebung, einer entsprechenden Entlüftung der voll geschlossenen Anlage, der Einbindung der Anlage in die Gegebenheiten des Festplatzes und der Anschluss an das alte Schützenhaus eine Schießsportanlage geschaffen, welche die Anforderungen an modernes Sportschießen erfüllt. Herzstück der Anlage ist die großzügige und helle Eingangs- und Wartehalle für die Schützen an welche sich: zehn Schießbahnen á 100 Meter für sämtliche Waffengattungen mit Zwischenzielen in 50 Meter und 25, 15 und 10 Meter Entfernung, ferner 5 Schießstände á 25 Meter für Pistolenschützen mit moderner Zug- und Duellanlage für alle Kaliber und 20 neue Luftgewehrstände á 10 Meter anschließen. Eine Erweiterung für fünf weitere Schießstände á 25 Meter wird in der Planung vorgesehen. Durch die Pergola die zum  Festplatz zeigt und als traditionelles und liebgewonnenes Element der Schützen erhalten wird, bildet sich durch geschickte Planung ein Innenhof. Um die Einbindung in das Gelände sinnvoll zu gestalten, werden die 100 m Schießkanäle mit Erde angeworfen, sodass sie vom Festplatz her kaum wahrgenommen werden.

Peter Richter erzielt den Weltmeistertitel in der Disziplin „Long Range“ 500 Meter Vorderladerschießen und Eckhard Stark wird in Pforzheim Europameister mit dem Luntenschloß Gewehr auf 50 Meter.
Anfang September startet nach einem Jahr intensiver Vorbereitungszeit der Internetauftritt der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels unter www.ssg-lichtenfels.de. Die Geburtshelfer der neuen Homepage sind der zweite Schriftführer Peter Hoja und seine Frau Birgit.

2000 Thiel Brandmeier Ambacher2000 Die feierliche Eröffnung der Schießanlage findet vom 24. März bis 26. März statt. Zum feierlichen Festkommers  am Freitag 24. März mit kirchlicher Segnung der neuen Schießanlage sind viele Ehrengäste und befreundete Vereine anwesend. Besonders zu nennen sind Josef Ambacher, Präsident des DSB und S.H. Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha. 1. Schützenmeister Jochen Thiel würdigt in seiner Festrede die Leistung vieler Mitglieder, mit deren Hilfe dieses „Jahrhundertbauwerk“ geschaffen wurde. Ehrenschützenmeister Alfred Brandmeier verleiht im Namen der Schützengesellschaft die „Goldene Ehrennadel“ (höchste Auszeichnung der Lichtenfelser Schützengesellschaft) an Jochen Thiel. Am Samstag 25. März ist ein Mannschafts-Pokalschießen für alle Vereine angesetzt, hier gibt es wertvolle Zinnpokale zu gewinnen, die im Anschluss beim Bayerische Bierabend überreicht werden. Sonntag der 26. März ist ganz einem "Tag der offenen Tür" mit einem Jedermannschießen gewidmet, bei welchem jeder Besucher unter fachmännischer Anleitung 10 Schuss abgeben kann und hierfür eine ganz persönliche Urkunde erhält.

Am 24. August dürfen die Lichtenfelser Sportschützen 2 ihrer Mitglieder auf eine ganz besondere Weise ehren. Eckhard Stark und Peter Richter haben bei der Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen in Adelaide/Australien, 5 Gold- und eine Silbermedaille geholt. Bei ihrer Rückkehr dürfen sie sich in das „Goldene Buch“ der Stadt Lichtenfels eintragen. Im Oktober kann Peter Richter im englischen Bisley noch zwei weitere Weltmeistertitel und einen Vizeweltmeister in der Sportart „Longrange“  erzielen.

2001 Der „Schützenfest-Express“ wird anlässlich des Schützen- und Volksfestes erstmals „getestet“. Die Initiative kommt von der Stadt, der Schützengesellschaft, von am Fest beteiligten Firmen und einem Busunternehmer. Unter Beteiligung bzw. großzügigen Spenden von Schaustellerfamilien und Arbeitern des Bauhofes werden zwei neue Eingangstürme für das Schützen- und Volksfest erstellt.

2002 Am 14. April findet im Schützenhaus Lichtenfels, die Gauversammlung und das 50-jährige Gründungsjubiläum des BSSB Schützengaues Nord statt. 1952 wurde der Schützengau Nord hier im Schützenhaus gegründet. Die Festveranstaltung mit 600 Gästen und 41 Fahnenabordnungen findet in der Stadthalle und anschließend die Gauversammlung im Schützenhaus Lichtenfels statt. Herzog Franz von Bayern ist Schirmherr der Veranstaltung. Die neue Gaustandarte wird kirchlich geweiht. Alfred Brandmeier hatte bereits 1992 den Antrag gestellt die Standarte anfertigen zu lassen. Am 28.2. stellen 18 Damen den Antrag die Proklamation der Königin auf das Schützenfest zu verlegen. Am 6.5. treffen sich die Damen und stimmen über den Antrag ab, die überwiegende Mehrheit ist für die Verlegung. Der Wunsch wird auch in der Generalversammlung im März vorgetragen, die Damen aber gebeten, den Antrag nochmals zu überdenken. In der Generalversammlung wird erstmals in der langen Tradition der Gesellschaft Elke Jäkel, als erste Frau, Damenleiterin. Bisher hatten immer Männer die Damenabteilung geleitet, was aber nicht heißt, dass dies den Damen unangenehm war. Die Luftgewehrsektion von Tafers/Schweiz lädt auf Anregung von Alfred Brandmeier die Lichtenfelser Schützen zum „Feldschießen“ mit Karabinern in die Schweiz ein. Diese Ehre ist sehr außergewöhnlich, denn normal bleiben die Schweizer Schützen lieber unter sich. Der Ausflug und die Teilnahme am dortigen Festzug findet einen sehr guten Anklang bei den Schützen beider Länder.

2003 Anlässlich der Generalversammlung wird nach kontroversen Diskussionen beschlossen, die Proklamation der Damenkönigin vom Herbstball auf das Schützen- und Volksfest zu legen. Ziel ist die stärkere Integration der Damen in die Schützengesellschaft und eine höhere Beachtung in der Öffentlichkeit.

2004 Am 27. März werden im Innenhof der Schießanlage, hinter der Pergola, 3 Bäume gepflanzt, die Spender sind Ruth Müller, Rudolf Maisel und Raimund Meister. Beim 53. Deutschen Schützentag vom 13. bis 16. Mai in Coburg tritt Lichtenfels mit einer großen Abordnung von Sportschützen zum Festzug an.

2007 Der Gauschützentag und der Bezirksschützentag finden in diesem Jahr bei der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft statt.

Im Mai treten 30 Mitglieder und die Schützengesellschaft dem BDS (Bund Deutscher Sportschützen) bei.

2008 Im März findet die 5. Offene Bayerische Landesmeisterschaft im Metall-Silhouetten-Schießen mit Luftdruckwaffen in Lichtenfels statt, veranstaltet vom Bund Deutscher Sportschützen (BDS). Im Mai erhält der verdiente Sportschütze Eckhard Stark aus der Hand des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble das „Silberne Lorbeerblatt“, als höchste deutsche Auszeichnung im Sport.

2009 Im angehenden Frühjahr setzt sich der erste Schützenmeister Siegfried Jäkel nebst Gemahlin Elke und Ralf Wirth, an einen Tisch und führen ein erstes Gespräch über den Bogensport. Schnell wird klar, es gibt eine gemeinsame Leidenschaft. Zu dieser Zeit verfügt die Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft Lichtenfels bereits über 3 Foam Scheiben für Bögen bis 30 Ibs. Diese werden in der Luftgewehrhalle mit einer max. Entfernung von 10 m vor einem Fangnetz aufgestellt und dienen zum Training. Das erste offizielle Training findet am Mittwoch den 12.08. statt. Am Samstag den 15.08. wird ein Trainingstag mit Weißwurstfrühstück abgehalten welcher bei allen Beteiligten außerordentlich gut ankommt. Nach einem herben Rückschlag zum zuerst angedachten Gelände hinter den Schiessanlagen gibt es einen Lichtblick und bereits am 12.9. kann das große Übungsgelände auf den Mainwiesen am Wasserturm feierlich eingeweiht werden. Lobworte zum neuen Sportgelände kommen von der ersten Bürgermeisterin Dr. Bianca Fischer, Gauschützenmeister Detlev Spickmann und der Gaudamenleiterin Gabi Menzel. Die gute Resonanz der Besucher zeigt, dass hier ein richtiger Weg für die Zukunft beschritten wird. Zur Generalversammlung wird mit großer Mehrheit beschlossen eine Arbeitsdienstumlage einzuführen. Mit Ausnahmen hat jedes Mitglied 10 Arbeitsdienststunden oder den Gegenwert von 10,00 Euro pro Stunde zu leisten.

2010 Das 200jähriges Jubiläum der Wiedergründung wird in 2010 bewusst nicht sehr aufwendig gefeiert, da bereits im Jahr 2013 mit dem Jubiläum „600 Jahre Schützen in Lichtenfels“, das in den Augen der Gesellschaftsleitung, bedeutendere Jubiläum ansteht. Beide Jubiläen in so kurzem Zeitabstand zu feiern übersteigt die personellen Kapazitäten.
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Westernclub Lichtenfels veranstaltet die Bogenabteilung am 26. April einen Tag der offenen Tür unter dem Motto: „Into The West - Living History“. An diesem Tag der offenen Tür, wird der Bevölkerung kostenloses Bogenschießen und der Einblick in ein historisches Campleben geboten.
Die Bogenabteilung führt am 4. und 5. Oktober 2010 das erste 3D Bogenturnier der Kgl. Privil. Scharfschützengesellschaft am Herberg durch und erntet für die Durchführung höchstes Lob.
Beginn größerer Renovierungsarbeiten am Altbau. Das gesamte Schieferdach des Schützenhauses wird neu gedeckt, neue Saalfenster eingebaut, die Saalzwischendecke von oben isoliert, die seitlichen Anbauten neu gedeckt und defekte Teile der Dachkonstruktion ersetzt. Eingesetzt werden ausschließlich Handwerker aus der Region und sehr viel Eigenleistung der Mitglieder.

2011 Im Januar findet erstmalig ein Westernschießen in der Schießanlage statt. Zusammen mit dem Historischen Westernclub Lichtenfels bietet die Schützengesellschaft ihren Mitgliedern die Möglichkeit zum Revolver-, Unterhebel-, Vorderlader- und Bogenschießen. Zur Auflockerung gibt es auch Hufeisen-, Messer- und Axtwerfen. Am Abend findet zur Preisverteilung ein stilvoller Westernabend zum Kennenlernen statt.
Erster Auftritt der Bogenabteilung mit der neuen „Uniform“ am Schützenfestzug in Lichtenfels. Die Bogenabteilung veranstaltet Anfang Oktober, mit sehr großem Erfolg und bei sehr schönem Wetter, ihr zweites 3-D Bogenturnier am Herberg in Lichtenfels.
Nachdem die Renovierung der Saalheizung schon mehrere Jahr hinausgezögert wurde, wird diese durch eine moderne Gasheizung ersetzt. Zusammen mit der Saaldeckenisolierung machen sich sehr schnell Einsparungen bemerkbar.

2012 laufen die Vorbereitungen für das „große Jubiläum“ bereits auf vollen Touren. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird zusammengestellt. Angefangen vom Jubiläumsstart mit einer Silvester-Party, über einen „wiedererweckten“ Fasching, einem Mainwiesenfest am Wasserturm, ein Feuerstutzenschießen, das Oberfränkisches Böllerschützentreffen, den Festkommers, einen Tag Schützenfest Verlängerung bis hin zum Jubiläumsball mit einer Spitzenband. Dies alles und noch mehr findet sich im Veranstaltungskalender 2013 wieder. Aber auch Ausstellungen in den Schaufenstern der innenstädtischen Geschäfte, dem Rathaus sowie die vorliegende umfangreich bebilderte Gesellschafts-Chronik bilden einen Schwerpunkt der Arbeit im Schützenmeisteramt.

Am 7. Oktober beteiligt sich die Schützengesellschaft am vom Deutschen Schützenbund bundesweit durchgeführten „Tag der Schützenvereine“. Diese Präsentation soll der Bevölkerung die Vielseitigkeit des Schützenwesens zeigen und letztendlich den allgemeinen Mitgliederschwund stoppen.

2013 Höhepunkte im Jubiläumsjahr:

2. Februar Schützenfasching im Schützenhaus
20. und 21. April "Die Mainwiesen leben" am Bogenplatz
22. bis 24. März Feuerstutzen- und Geburtstagsschießen
4. Mai 2. Oberfränkisches Böllerschützentreffen
18. Mai Ordonnanzchießen
15. Juni Festkommers im Schützenhaus
11. bis 21. Juli Schützen- und Volksfest
12. Oktober Jubiläumsball

Doch auch das Gesellschaftliche ist in all den Jahren nie zu kurz gekommen. Wanderungen, Spaßschießen, Tanzveranstaltungen, Herrenpartien, Damenausflüge, Fahrten der Jugend und nicht zuletzt die Gesellschaftsabende im Schützenhaus demonstrieren das aktive Leben in unserer Schützengesellschaft.

Für uns Schützen soll auch heute noch das Wort Goethes gelten, das bereits 1910 in der Festrede, anlässlich der Hundertjahrfeier der Wiedergründung, Leitmotiv war:

"Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"